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Bauherr:
Bauzeit:
Bausumme:
Stadt Neckargemünd
2005 - 2008
25 Mio. €

Für dieses Projekt wurde unser Büro mit dem IGRA Award 2009 ausgezeichnet.

Mit der im Juni 2006 begonnenen Errichtung des Schulzentrums Neckargemünd im Passivhausstandard realisiert das Planungsbüro Donnig+Unterstab eine weitere Bildungseinrichtung in Baden-Württemberg. Der Siegerentwurf des 2005 ausgelobten Realisierungswettbewerbs ist zugleich auch das größte zertifizierte Schulbauprojekt Deutschlands.

Nach der weitestgehenden Zerstörung des Schulzentrums durch einen Brand, entschied sich die Stadt Neckargemünd für den Abbruch der Ruine und für einen Neubau des Gymnasiums und der Realschule auf dem bisherigen Grundstück. Diese Entscheidung ermöglichte eine städtebauliche Neuordnung auf dem Gelände, die die zentrale Lage im Stadtkern und die extreme Hanglage optimal berücksichtigt.

Die neue Konzeption dreht das bisherige architektonische Prinzip einfach um. So werden die Haupteingänge am tiefsten Punkt angelegt, während die Parkmöglichkeiten, nun der Schule abgewandt, an der höchsten Stelle zu finden sind. Damit präsentiert sich das Schulzentrum zur Stadt hin mit einem attraktiven und einheitlichen Erscheinungsbild. Die Neuplanung achtet auf einen barrierefreien Zugang und ermöglicht damit eine kreuzungsfreie und sichere Erschließung der Verkehrsströme von Fußgängern, Auto- und Fahrradfahrern.

Die übersichtliche Zuordnung beider Schulen sowie die schnelle und einfache Ablesbarkeit gemeinsamer Funktionen sind ein Leitthema des Entwurfs. Das U-förmige Gebäude folgt dem natürlichen Verlauf des Geländes und besteht aus drei eigenständigen Baukörpern: dem Flügel der Realschule, dem des Gymnasiums neben der Sporthalle und dem Verbindungsflügel mit den Haupteingängen beider Schulen. Letzterer bildet mit seiner geschwungenen Raumkante einen neuen Abschluss zur Stadt und verleiht dem Schulzentrum die angemessene städtebauliche Bedeutung. Das Gesamtensemble bettet sich harmonisch in den Ortskern ein.

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Die Konstruktion folgt dem Prinzip Offenheit. Die Außenwände des in Stahlbeton-Skelettbauweise errichteten Gebäudes sind als Lochfassaden gestaltet. Ausnahmen bilden die beiden Treppenhäuser, die als durchgehende Glasfassade ausgeführt sind. In den Obergeschossen werden die Außenwände mit hinterlüfteten Fassadenplatten verkleidet, während die Erdgeschoss-Fassade als Putzfassade konzipiert ist. Die komplette Gebäudehülle entspricht dem Passivhausstandard.

Innerhalb der Schulgebäude erleichtern eine klare Wegführung sowie ein durchdachtes und konsequent angewandtes Farbkonzept die Orientierung. Für Raum und Transparenz indessen sorgen in verglasten Hallen angeordnete, breite Freitreppen, die die einzelnen Geschosse miteinander verbinden. Im Erdgeschoss des Verbindungsflügels befindet sich das Herzstück der Lehreinrichtung: die Aula. Zentral gelegen, kann sie zusammen mit den ihr zugeordneten Freiflächen für gemeinsame wie auch außerschulische Veranstaltungen genutzt werden. Auch Multifunktionalität ist ein Thema. Die Bauformen sind so angeordnet, dass die Klassenräume mehreren Ansprüchen gerecht und durch getrennte Erschließung verschiedenen Nutzungszwecken zugeführt werden können.

Klare Strukturen finden sich auch im Außenbereich. So ermöglicht der großzügig angelegte, terrassenartige Eingangsbereich einen jeweils separaten Zugang zu beiden Schulen und mündet zentral in den rechteckig ausgebildeten Campus, der als Atrium das Zentrum der Freiflächen darstellt. Schüler wie Lehrkräfte werden gleichermaßen von dem weitläufigen, den Schulkomplex umgebenden Gelände zum Erholen und Austauschen, aber auch zu Sport und Unterricht im Freien eingeladen. Dass Energie kein großer Kostenfaktor sein muss, beweist ein innovatives Energiekonzept, das durch eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung passive Energiequellen wie Sonneneinstrahlung und Wärmeabgabe von Personen und Geräten nutzt und eine separate Heizung damit überflüssig macht. Qualitätsanforderungen an Luftdichtheit, Wärmeschutz und Anlageneffizienz sorgen für eine hohe Energieeinsparung und damit auch für eine dementsprechend langfristige Rentabilität für den Bauherrn.

Primärenergiebedarf: ca. 55 kWh / m²
Heizwärmebedarf: ca. 15 kWh / m² (jeweils pro m² NGF a)

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