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Bauherr: Stadt Mainz
Bauzeit: 1. BA - Januar 2012 – August 2013
Bausumme: 1. BA - 8.5 Mio. €

Erweiterung und Neubau Mensa, Bibliothek und Klassenräume

Das Frauenlob-Gymnasium in Mainz erhält im Rahmen der Umstrukturierung durch die Verkürzung der Gymnasialschulzeit auf 8 Jahre (G8) einen Erweiterungsbau mit Mensa und Bibliothek sowie weiteren Klassen-, Gruppen- und Aufenthaltsräumen, welche aufgrund der Anforderungen durch den geplanten Ganztages-schulbetrieb (GTS) erforderlich geworden sind.


Lage, Gebäudeform und Erschließung

Das Frauenlob-Gymnasium liegt im Mainzer Stadtteil Neustadt - ca. 1 km nordwestlich des Zentrums der Universitäts- und Bistumsstadt Mainz in fast direkter Nähe zum Rheinufer.

Die Mainzer Neustadt ist ein Stadtviertel aus der Gründerzeit, das in Zentrumsnähe hauptsächlich aus geschlossener Blockrandbebauung besteht. Der Block des Schulgeländes liegt ca. 150 m nordöstlich des Frauenlobplatzes und wird durch die Frauenlobstraße, die Raimundistraße, die Adam-Karrillon-Straße und die Rheinallee (Bundesstraße 40) begrenzt. Die Blockrandbebauung umschließt einen Innenhof, der den Schulhof bildet. Ein Drittel des Blockrandes bilden Wohnhäuser.

Das vorhandene Schulgebäude besteht aus einem denkmalgeschützen Altbau aus dem Jahre 1889 sowie verschiedenen Erweiterungsbauten aus der Nachkriegszeit.

Der Erweiterungsbau wird als 3-geschossiger Flachbau erstellt, der über ein verglastes Treppenhaus an der Westseite mit dem denkmalgeschützen Altbau transparent verbunden ist (sog. "Glasfuge"), wodurch eine klare Schnittstelle zwischen alt und neu definiert wird. In dieser "Glasfuge" liegt der Hauptzugang zum Erweiterungsbau. Weitere Zugänge sind auf der Seite des Schulhofes geplant.

An der Ostseite befindet sich ein zweites Treppenhaus mit Aufzug. Der Erweiterungsbau ist von der sich östlich anschließenden Blockrandbebauung durch eine Zufahrt getrennt. Das Erdgeschoss des Erweiterungsbaus ist in den Schulhof verlängert. Hier ist die Mensa mit Küche angeordnet. Der Speiseraum der Mensa ist direkt vom Pausenhof zugängig. Der mehrgeschossige Teil des Gebäudes ist unterkellert. Im Keller befinden sich die Gebäudetechnik sowie die Sanitäranlagen.

Im ersten Obergeschoss sind die Bibliothek, sowie verschiedene Aufenthaltsräume untergebracht. Vor der Bibliothek wird auf dem Dach des Speiseraums eine teilweise begrünte Dachterrasse angelegt. Im zweiten Obergeschoss befinden sich die neuen Klassenräume, sowie ein Gruppenraum. Die Obergeschosse werden barrierefrei über die "Glasfuge" an den Altbau angebunden.

Gebäudekennwerte Erweiterungsbau

Nettogrundfläche Neubau: ca. 2.100 m²
Nutzfläche Neubau: ca. 1.400 m²
Gesamtzahl Geschosse: 4 einschl. UG

Das Gebäude wird als Stahlbetonskonstruktion errichtet. Die Außenhülle besteht aus Wärmedammverbundsystem und vorgehängter Fassade. Alle Dächer sind als Flachdächer geplant, zum Teil mit extensiver Begrünung.

Die Konstruktion folgt dem Prinzip Offenheit. Die Außenwände des in Stahlbeton-Skelettbauweise errichteten Gebäudes sind als Lochfassaden gestaltet. Ausnahmen bilden die beiden Treppenhäuser, die als durchgehende Glasfassade ausgeführt sind. In den Obergeschossen werden die Außenwände mit hinterlüfteten Fassadenplatten verkleidet, während die Erdgeschoss-Fassade als Putzfassade konzipiert ist. Die komplette Gebäudehülle entspricht dem Passivhausstandard.

Innerhalb der Schulgebäude erleichtern eine klare Wegführung sowie ein durchdachtes und konsequent angewandtes Farbkonzept die Orientierung. Für Raum und Transparenz indessen sorgen in verglasten Hallen angeordnete, breite Freitreppen, die die einzelnen Geschosse miteinander verbinden. Im Erdgeschoss des Verbindungsflügels befindet sich das Herzstück der Lehreinrichtung: die Aula. Zentral gelegen, kann sie zusammen mit den ihr zugeordneten Freiflächen für gemeinsame wie auch außerschulische Veranstaltungen genutzt werden. Auch Multifunktionalität ist ein Thema. Die Bauformen sind so angeordnet, dass die Klassenräume mehreren Ansprüchen gerecht und durch getrennte Erschließung verschiedenen Nutzungszwecken zugeführt werden können.

Klare Strukturen finden sich auch im Außenbereich. So ermöglicht der großzügig angelegte, terrassenartige Eingangsbereich einen jeweils separaten Zugang zu beiden Schulen und mündet zentral in den rechteckig ausgebildeten Campus, der als Atrium das Zentrum der Freiflächen darstellt. Schüler wie Lehrkräfte werden gleichermaßen von dem weitläufigen, den Schulkomplex umgebenden Gelände zum Erholen und Austauschen, aber auch zu Sport und Unterricht im Freien eingeladen. Dass Energie kein großer Kostenfaktor sein muss, beweist ein innovatives Energiekonzept, das durch eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung passive Energiequellen wie Sonneneinstrahlung und Wärmeabgabe von Personen und Geräten nutzt und eine separate Heizung damit überflüssig macht. Qualitätsanforderungen an Luftdichtheit, Wärmeschutz und Anlageneffizienz sorgen für eine hohe Energieeinsparung und damit auch für eine dementsprechend langfristige Rentabilität für den Bauherrn.

Primärenergiebedarf: ca. 55 kWh / m²
Heizwärmebedarf: ca. 15 kWh / m² (jeweils pro m² NGF a)

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