Infotext
Bauherr: Stadt Rastatt
Bauzeit: März 2010 - September 2010
Bausumme: 1,36 Mio. €

Das Gebäude A der August-Renner-Realschule in Rastatt wurde bei laufendem Schulbetrieb energetisch saniert. Die Sanierung umfasste die komplette Dacherneuerung (neue Dämmung + Abdichtung), wobei auch die bisherigen Lichtkuppeln durch vier neue Lichtbänder ersetzt wurden. Dadurch wurde die Aula zum hellen und freundlichen Mittelpunkt der Schule.

Auch die gesamte Fassade wurde saniert, der größte Bereich erhielt ein neues Wärmedämmverbundsystem, der nördliche Bereich wurde mit vorgehängten Platten in Blautönen verkleidet. Alle Fenster wurden durch energetisch Hochwertige ausgetauscht und in der Gestaltung der neuen Fassade angepasst.

Eine besondere Schwierigkeit stellte die die Sanierung der Fenster dar, weil der Umbau bei laufenden Schulbetrieb stattfinden musste und auch auf Prüfungszeiten Rücksicht genommen werden musste. Eine sehr genaue Terminabstimmung zwischen Schule, Bauleitung und den ausführenden Unternehmen war unumgänglich.

Die Fenster wurden „klassenzimmerweise“ eingebaut, d.h. morgens erfolgte die Fensterdemontage und anschließend umgehend der Neueinbau der Fenster, so dass das Gebäude abends immer verschlossen war. Am nächsten Tag konnten die Zimmer wieder bezogen werden.

Die Konstruktion folgt dem Prinzip Offenheit. Die Außenwände des in Stahlbeton-Skelettbauweise errichteten Gebäudes sind als Lochfassaden gestaltet. Ausnahmen bilden die beiden Treppenhäuser, die als durchgehende Glasfassade ausgeführt sind. In den Obergeschossen werden die Außenwände mit hinterlüfteten Fassadenplatten verkleidet, während die Erdgeschoss-Fassade als Putzfassade konzipiert ist. Die komplette Gebäudehülle entspricht dem Passivhausstandard.

Innerhalb der Schulgebäude erleichtern eine klare Wegführung sowie ein durchdachtes und konsequent angewandtes Farbkonzept die Orientierung. Für Raum und Transparenz indessen sorgen in verglasten Hallen angeordnete, breite Freitreppen, die die einzelnen Geschosse miteinander verbinden. Im Erdgeschoss des Verbindungsflügels befindet sich das Herzstück der Lehreinrichtung: die Aula. Zentral gelegen, kann sie zusammen mit den ihr zugeordneten Freiflächen für gemeinsame wie auch außerschulische Veranstaltungen genutzt werden. Auch Multifunktionalität ist ein Thema. Die Bauformen sind so angeordnet, dass die Klassenräume mehreren Ansprüchen gerecht und durch getrennte Erschließung verschiedenen Nutzungszwecken zugeführt werden können.

Klare Strukturen finden sich auch im Außenbereich. So ermöglicht der großzügig angelegte, terrassenartige Eingangsbereich einen jeweils separaten Zugang zu beiden Schulen und mündet zentral in den rechteckig ausgebildeten Campus, der als Atrium das Zentrum der Freiflächen darstellt. Schüler wie Lehrkräfte werden gleichermaßen von dem weitläufigen, den Schulkomplex umgebenden Gelände zum Erholen und Austauschen, aber auch zu Sport und Unterricht im Freien eingeladen. Dass Energie kein großer Kostenfaktor sein muss, beweist ein innovatives Energiekonzept, das durch eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung passive Energiequellen wie Sonneneinstrahlung und Wärmeabgabe von Personen und Geräten nutzt und eine separate Heizung damit überflüssig macht. Qualitätsanforderungen an Luftdichtheit, Wärmeschutz und Anlageneffizienz sorgen für eine hohe Energieeinsparung und damit auch für eine dementsprechend langfristige Rentabilität für den Bauherrn.

Primärenergiebedarf: ca. 55 kWh / m²
Heizwärmebedarf: ca. 15 kWh / m² (jeweils pro m² NGF a)

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